Popsykkel: DSGVO-konformes Tracking für Fahrrad-Fachgeschäft
Die Aufgabenstellung
Popsykkel ist ein etablierter Fahrradhändler in Wien mit einer bestehenden WordPress-Website. Das Geschäft lief gut, aber es fehlte jede Form von Web-Analyse. Ohne Tracking wusste niemand, wie viele Besucher die Website hat, woher sie kommen, welche Seiten sie ansehen und ob sie tatsächlich Kontakt aufnehmen.
Gleichzeitig war DSGVO-Konformität ein Muss. Seit März 2024 ist der Google Consent Mode v2 Pflicht für alle, die Google-Dienste nutzen. Das bedeutet: Tracking darf erst starten, wenn der Besucher aktiv einwilligt. Und die Einwilligung muss korrekt an Google weitergegeben werden, damit die Daten überhaupt verwertbar sind.
Die Herausforderung war also zweifach: Ein Tracking-Setup aufbauen, das aussagekräftige Daten liefert, und gleichzeitig sicherstellen, dass alles DSGVO-konform läuft. Kein "wir tracken einfach alles und hoffen, dass es keiner merkt", sondern ein sauberes Setup, das auch einer Prüfung standhält.
Die Lösung
Wir haben ein komplettes Tracking-Setup implementiert, das auf drei Säulen basiert: Google Tag Manager (GTM) als zentrale Steuerungseinheit, Google Analytics 4 (GA4) als Analyse-Tool und Borlabs Cookie als Consent-Management-Plattform.
Der Google Tag Manager ist das Herzstück des Setups. Statt Tracking-Codes direkt in WordPress einzufügen, werden alle Tags über GTM verwaltet. Das hat mehrere Vorteile: Änderungen am Tracking erfordern keinen Zugriff auf die Website selbst, alle Tags sind an einem Ort dokumentiert und die Consent-Steuerung funktioniert zuverlässig über die eingebaute Consent-Prüfung.
Borlabs Cookie übernimmt die DSGVO-konforme Einwilligung. Wenn ein Besucher die Seite aufruft, wird zunächst nichts getrackt. Erst wenn der Besucher aktiv "Akzeptieren" klickt, sendet Borlabs ein Consent-Signal an den Google Tag Manager. Dieser gibt das Signal über den Consent Mode v2 an Google Analytics weiter, und erst dann werden Daten erfasst.
Wichtig: Borlabs steuert den Consent, GTM steuert die Tags. Diese Trennung ist entscheidend. Tracking-Scripts werden nie direkt in Borlabs eingebunden, sondern immer über GTM ausgespielt. So bleibt das Setup wartbar und konsistent.
Implementierte Events
Jedes Event wurde bewusst ausgewählt, weil es eine konkrete Geschäftsfrage beantwortet. Kein Tracking um des Trackings willen, sondern Daten, die tatsächlich Entscheidungen informieren.
Misst, wie viele Besucher die Telefonnummer anklicken. Für ein lokales Geschäft oft der wichtigste Conversion-Indikator, weil viele Kunden direkt anrufen statt ein Formular auszufüllen.
Erfasst Klicks auf die E-Mail-Adresse. Zusammen mit den Telefon-Klicks ergibt sich ein vollständiges Bild der Kontaktaufnahmen über die Website.
Trackt erfolgreiche Formular-Absendungen über Contact Form 7. Wird als Key Event in GA4 markiert, damit die Conversion-Rate direkt auswertbar ist.
Zeigt, wie weit Besucher auf einer Seite scrollen. Hilfreich, um zu erkennen, ob wichtige Inhalte überhaupt gesehen werden oder ob Besucher vorher abspringen.
Definiert einen "engagierten Besuch" über eine Kombination aus Verweildauer und Seitenaufrufen. Filtert Bot-Traffic und zufällige Besucher heraus.
Alle Events feuern erst nach Consent. Google erhält korrektes Consent-Signal über den Consent Mode v2. Modellierte Daten füllen die Lücke bei abgelehntem Consent.
Technologie und Architektur
Die Architektur folgt dem bewährten Drei-Schichten-Modell: WordPress als Content-Layer, GTM als Tag-Management-Layer und Borlabs als Consent-Layer. Jede Schicht hat eine klar definierte Aufgabe, und die Kommunikation zwischen den Schichten läuft über standardisierte Schnittstellen.
WordPress stellt die Inhalte bereit und sendet über den DataLayer Informationen an GTM. Das Contact Form 7 Plugin löst bei erfolgreicher Absendung ein DataLayer-Event aus, das GTM aufgreift. Telefon- und Mail-Klicks werden über Click-Trigger in GTM erfasst, ohne dass WordPress davon etwas mitbekommt.
Im GTM-Container (GTM-PX37PPW) sind alle Tags, Trigger und Variablen sauber dokumentiert und benannt. Jeder Tag hat einen Consent-Trigger, der prüft, ob die entsprechende Einwilligung vorliegt. So ist gewährleistet, dass ohne Consent kein einziges Byte an Google gesendet wird.
Borlabs Cookie (Version 3.4) ist als Consent-Management-Plattform konfiguriert und steuert die Einwilligung für Analytics und Marketing. Die Consent-Kategorien sind sauber getrennt, die Cookie-Texte sind auf Deutsch und verständlich formuliert, und der Banner ist visuell an das Website-Design angepasst.
Das Ergebnis
Seit der Implementierung hat Popsykkel zum ersten Mal einen klaren Überblick über das Besucherverhalten auf der Website. Die Daten zeigen, welche Seiten am meisten besucht werden, wie Besucher auf die Seite kommen und welche Aktionen sie durchführen.
Das Tracking-Setup ist so konfiguriert, dass es wartungsfrei läuft. WordPress-Updates beeinflussen das Tracking nicht, weil alles über GTM gesteuert wird. Borlabs-Updates werden automatisch installiert und die Consent-Konfiguration bleibt erhalten. Sollte in Zukunft ein neues Event benötigt werden, kann es über GTM hinzugefügt werden, ohne die Website anzufassen.
Das Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, dass auch für kleine lokale Geschäfte ein professionelles Tracking-Setup sinnvoll und machbar ist. Die Investition ist überschaubar, das Setup ist zukunftssicher und die gewonnenen Daten bilden die Grundlage für alle weiteren Marketing-Entscheidungen.
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